Raspberry Kamera

Immer wieder stieß ich beim Lesen auf den RaspberryPI. Beschreibungen von Einsätzen als Webcam oder Überwachungskamera machten mir die Brauchbarkeit für meine Bedürfnisse schnell klar. Also wurde am Kiosk um die Ecke ein Einsteigerheft gekauft und die Tüftelei konnte beginnen. Allerdings war der Antrieb, mich mit dem RasPI auseinanderzusetzen, nicht die Fotografie sondern der Zauberspiegel von Michael Teeuw. Der Spiegel hängt seitdem im Korridor und leistet mir seit vielen Monaten gute Dienste. Mit dem dabei erworbenem Wissen und der Auffrischung von längst Vergessenem ging der Bau der ersten Kamera auch recht flott von der Hand.

Das hier soll keine Bauanleitung werden. Dafür wurde schon von berufenerer Seite einiges geschrieben und Fachjournalisten wollen in Zukunft ja auch noch was verdienen. Ich möchte nur meine Herangehensweise, meinen Weg zur funktionierenden Kamera, zeigen. Immerhin gibt es für fast jeden meiner Schritte mehrere Alternativen, Abzweigungen oder Abkürzungen. Dadurch und auch mit dem Zuwachs an Erfahrung und Wissen schießen die Möglichkeiten allerings auch schnell ins Kraut. So daß ich immer wieder zum eigentlichen Ziel (Infrarotbilder machen) zurückfinden mußte.

Ich fertigte verschiedene Gehäuse- und Softwarekonstrukte um Bilder machen zu können. Mein Interresse galt dabei möglichst einfachen Lösungen die für einen Feldeinsatz robust genug sind und mir genügend Spielraum für Experimente lassen.

eine Einkaufsliste

Sind einige Teile für die Peripherie schon vorhanden, liegt man für die Neuanschaffungen bei etwa 100 Euro. Es kamen aber immer noch Ausgaben für Fachliteratur, Versandkosten, und das eine oder andere Schätzchen aus der Ersatzteilkiste des örtlichen Fotogeschäftes meiner Wahl dazu.

Erste Anlaufstelle zu Nachlesen war für mich natürlich immer die Trefferliste meiner Suchmaschine. Für fast jedes Problem gibt es auch eine Lösung im deutschen Forum zum Rechner. Sehr geholfen hat bei den ersten Schritten der Zeitungskiosk an der Ecke.



Nummer 1

Für erste Gehversuche hatte ich mir ein Motorola Lapdock angeschafft. Es stellt Tastatur, Maus, Bildschirm und Energieversorgung zur Verfügung, was den Schreibtisch noch etwas aufgeräumt aussehen läßt.
Hier ist der Rechner eingebaut in eine Keksdose aus Stahlblech. Die Bedienung der Software erfolgt noch über die Tastatur des Lapdocks. Auf die Frontseite aufgeklebt ist sich ein 49er Filtergewinde für den Infrarotsperrfilter.
Die Idee war, wenn ich den Filter abschraube, kann ich Miniobjektive (hier mit im Bild) magnetisch davorsetzen um Aufnahmewinkel zu verändern. Allerdings haben die Optiken die Bildqualität drastisch verschlechtert. Außerdem war das Blech der Dose zu dünn und instabil, so daß ich diese Lösung verwarf.


    Bild 1



Nummer 2

Hier die erste wirklich mobile Kamera mit Touchscreenbedienung und Powerbank ähnlich dieser Kamera. Die Dropbox-Funktion hatte ich ersetzt durch einen USB-Stick. Hierfür fertigte ich auch zum ersten mal ein Gehäuse aus Holz an. Der Touchscreen hielt leider nur wenige Streifzüge durch. Er funktionierte irgendwann nicht mehr und ich zerlegte die Kamera wieder.


Bild 2     Bild 3    



Nummer 3

Etwas aufwendiger war die nächste Ausstattung und das nächste Gehäuse (Bild 4) aus Buchen- Quitten- und Sperrholz . Mangels Monitor konstruierte ich einen Sucher aus Holz und einer Glasscheibe mit Gittereinteilung. Hier löste ich die Aufnahme zum ersten mal auf Knopfdruck aus. Im Bild unten rechts der Reset- und Einschalter mit Sicherung gegen unbeabsichtigtes Betätigen. Die Bedienung des Rechners mit Tastern, angeschlossen an die GPIOs, löste ich durch die Einbindung einiger Shellscripte.
Die Bilder wurden anfangs auf einem USB-Stick gepeichert. Mir gefiel die blinkende LED beim Schreiben als Rückmeldung daß die "Aufnahme im Kasten" war. Später speicherte ich auf die SD-Karte. Als Rückmeldung spielte ich hier einen kurzen Sound über die Klinke und einen Minilautsprecher ab. Allerdings ist so eine lärmende Kamera nicht immer zweckmäßig oder gewünscht. So baute ich ins nächste Gehäuse eine kurz blinkende LED.
Ich konnte, dank der riesigen Powerbank, nun schon ausgedehnte Wanderungen unternehmen und machte hin und wieder einige längere Zeitraffer. Das Gehäuse hatte ich wieder etwas zu groß bemessen. Dadurch wirkte die Kamera insgesamt zu klobig und ich beschloß, auch dieses Gerät wieder zu zerlegen.


Bild 4     Bild 5    



Nummer 4

Diese nächste Stufe der Evolution zeigt das aktuelle Modell, wie es immer noch in Gebrauch ist; in der Größe vergleichbar mit mittleren DSLRs. Die Powerbank nun etwas kleiner und hinter der Platine angeordnet (Bild 10) ist im Inneren kaum mehr verschwendeter Raum.
An die Rückseite habe ich einen Stufenschalter für 12 verschiedene Kamerafunktionen angebracht. Diese Arbeit braucht eine ruhige Hand am Lötkolben und jede Menge Litze und Schrumpfschlauch.
Die meisten Anschlüsse (Klinke, HDMI und Micro-USB vom Rechner und die Ladebuchse und die zwei USB Ausgänge der Powerbank liegen dicht beieinader und sind so von außen gut zu erreichen (Bild 9).
Bild 6 und 7 zeigen den aufgesetzten Sucher. Allerdings macht er das Ganze etwas sperrig und unhandlich. Daher ersetze ich ihn durch den Monitor einer Rückfahrkamera für Autos (Bild 11), wenn ich überhaupt einen Sucher oder Kontrollmonitor benötige. (Er läßt sich über Composite betreiben.)
Das Speichern des Bildes signalisiert eine blinkende LED. Sie ist unter dem Moduswahlrad angebracht.
Ein angesetzter Infrarot Scheinwerfer (Bild 8) ermöglicht Bilder bei Dunkelheit.


Bild 6     Bild 7     Bild 8     Bild 9     Bild 10     Bild 11    



Links

www.raspberrypi.org
offiziell empfohlene Distributionen
Vergleich erhältlicher Modelle
das Forum in deutscher Sprache

spezialisierte Händler

www.rasppishop.de
pi3g.com
www.watterott.com
shop.pimoroni.de

Hinweise

deutsche Kurzanleitung zum Kameraprogramm
Programme mit Schalter starten
Resettaste einbauen
Beschaltung der GPIO Leiste
Rückfahrkamera am Composite Ausgang benutzen
Fernzugriff einrichten